Codeberg: GitHub-Alternative fĂĽr freie Projekte im Test
Codeberg ist eine Community-getriebene Alternative zu GitHub und GitLab. Sie setzt auf europäischen Datenschutz, FOSS-Prinzipien und eine schlanke Architektur.
(Bild: Vanessa Bahr / KI / iX)
- Dr. RĂĽdiger Berlich
GitHub ist das Rückgrat der Open-Source-Entwicklung. Über eine Milliarde Repositorys, ein eingespieltes Ökosystem, kostenfreies Hosting für öffentliche Projekte – die Plattform hat sich seit ihrer Gründung 2008 als zentrale Anlaufstelle für Entwickler etabliert. Schon mit der Übernahme durch Microsoft 2018 für rund 7 Milliarden US-Dollar deutete sich aber ein Widerspruch an. Eine Plattform, auf der die Welt ihren freien Code verwaltet, gehört einem der größten kommerziellen Softwarekonzerne – und der verfolgt seine eigenen Interessen.
2025 trat dieser Widerspruch offen zutage: Im August jenes Jahres gliederte Microsoft GitHub organisatorisch in seine CoreAI-Abteilung ein. Zwei Monate darauf verlor auch die Infrastruktur ihre Selbstständigkeit, die GitHub-Server zogen zu Azure um, und jeglicher Code darf jetzt ganz offiziell für das Training von KI benutzt werden.
- Codeberg ist eine gemeinnützige Alternative für das Code-Hosting von Open-Source-Projekten. Der Betreiber ist der Berliner Verein Codeberg e. V.
- Die Migration von Repositorys ist einfach und risikoarm.
- Essenzielle Werkzeuge fĂĽr Projektmanagement, Code-Review und CI/CD sind vorhanden, die Funktionsvielfalt von GitHub oder GitLab bietet Codeberg nicht.
- Technische Basis ist Forgejo, ein Fork der Softwareentwicklungsplattform Gitea, den der Verein selbst weiterentwickelt.
- Mit Gentoo ist bereits ein größeres Open-Source-Projekt auf die Plattform umgezogen.
Für Open-Source-Projekte ist eine derart zentralisierte und zudem noch ausschließlich US-amerikanisch regulierte Plattform zumindest konzeptionell problematisch. Außerdem widerspricht sie dem Wunsch nach digitaler Souveränität in anderen Regionen.
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